Straßburg ist eine französische Stadt an der Ill, wenige Kilometer vom Rhein und von der deutschen Grenze entfernt. Sie ist die historische Hauptstadt des Elsass und seit 2016 Hauptstadt der Region Grand Est. Die Stadt hat mehrmals den Besitzer gewechselt: Von 1871 bis 1918 und noch einmal von 1940 bis 1944 war sie deutsch. Deshalb stehen hier französische und deutsche Architektur nebeneinander, die Straßenschilder in der Altstadt tragen französische und elsässische Namen, und die elsässische Küche hat viel mit der südwestdeutschen gemeinsam. Die Geschichte der Stadt reicht bis zum römischen Lager Argentoratum zurück, das 12 v. Chr. zum ersten Mal erwähnt wird.
Bekannt ist Straßburg für sein gotisches Münster, das mehr als zwei Jahrhunderte lang das höchste Gebäude der Welt war, für den ältesten Weihnachtsmarkt Frankreichs, für die Fachwerkhäuser von Petite France und für die europäischen Institutionen: Das Europäische Parlament, der Europarat und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte haben hier ihren Sitz. Auch die französische Nationalhymne, die Marseillaise, entstand 1792 in Straßburg. Die Altstadt auf der Grande Île wurde 1988 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, 2017 kam die in deutscher Zeit entstandene Neustadt hinzu.
Im Folgenden stellen wir 20 Sehenswürdigkeiten in Straßburg vor: 18 Orte in der Stadt, nach Vierteln geordnet, damit Sie sie zu Fuß nacheinander ablaufen können, und 2 Tagesausflüge in die Umgebung. Am Ende finden Sie eine Route, um Straßburg an einem Tag zu sehen, Pläne für zwei und drei Tage sowie Tipps für den Abend. Öffnungszeiten und Preise wurden am 19. Oktober 2026 auf den offiziellen Websites geprüft. Sehen Sie vor dem Besuch trotzdem noch einmal nach: Museen und das Münster ändern ihre Zeiten an Feiertagen und während des Weihnachtsmarkts.
Vor der Reise: Anreise, Tickets und Reisezeit
Vom Flughafen. Der Flughafen Straßburg-Entzheim hat einen eigenen Bahnhof, den man vom Terminal über einen überdachten Fußweg erreicht. Pendelzüge fahren bis zu fünfmal pro Stunde zum Straßburger Hauptbahnhof, die Fahrt dauert etwa 8 Minuten. Ein Ticket nur für den Zug kostet 3,20 € pro Strecke; ein Kombiticket für den Zug und die Straßenbahnen und Busse der Stadt kostet 4,60 € und gilt 24 Stunden.
Unterwegs in der Stadt. Das historische Zentrum ist eine Insel zwischen zwei Armen der Ill, und fast alles darauf erreicht man in höchstens 20 Minuten zu Fuß. Für weitere Strecken, etwa zum Orangerie-Park oder zum Europäischen Parlament, nehmen Sie die Straßenbahn. Ein Einzelfahrschein kostet 1,90 € auf der Badgéo-Karte, in der CTS-App oder auf einem wieder aufgeladenen kontaktlosen Ticket und 2,50 €, wenn man ihn beim Busfahrer kauft. Er gilt eine Stunde, Umsteigen inklusive. Die Straßenbahnlinie D fährt mit demselben Fahrschein über den Rhein bis nach Kehl in Deutschland.
Reisezeit. Am meisten los ist in Straßburg von Ende November bis Weihnachten: Der Weihnachtsmarkt 2026 öffnet am Freitag, dem 27. November, und die Hotels sind lange im Voraus ausgebucht. Frühling und Frühherbst sind ruhiger und eignen sich gut für Spaziergänge. Im Sommer legen Sie Museumsbesuche am besten in die Mittagszeit und Spaziergänge am Fluss auf den Morgen und den Abend.
Museen. Die städtischen Museen kosten 9 € pro Museum (ermäßigt 5 €), ein Tagespass für alle kostet 20 €. Besucher unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Tickets gibt es nur an den Museumskassen. Die meisten städtischen Museen sind montags geschlossen, die Museen im Palais Rohan dienstags. Das Elsässische Museum (Musée Alsacien) ist wegen Renovierung bis Juni 2028 geschlossen.
Rund um das Münster
- Straßburger Münster
- Astronomische Uhr
- Münsterplattform
- Haus Kammerzell
- Frauenhausmuseum (Musée de l'Œuvre Notre-Dame)
- Palais Rohan
- Bootsfahrt auf der Ill
- Kléberplatz
- Weihnachtsmarkt
- Gutenbergplatz
- Historisches Museum der Stadt Straßburg
- Thomaskirche
- Petite France
- Ponts Couverts (Gedeckte Brücken)
- Vauban-Wehr
- Place de la République und Neustadt
- Orangerie-Park
- Europäisches Parlament und Europaviertel
- Colmar
- Hohkönigsburg
Straßburger Münster
Das Straßburger Münster (Notre-Dame de Strasbourg) ist das Wahrzeichen der Stadt und ein Meisterwerk der Gotik. Es ist aus rotbraunem Sandstein aus den Vogesen gebaut, deshalb wechselt die Fassade je nach Licht ihre Farbe von Rosa bis Dunkelrot. Das Münster hat nur einen 142 Meter hohen Turm, weil der zweite nie gebaut wurde; von 1647 bis 1874 war es das höchste Gebäude der Welt. Achten Sie im Inneren auf die Glasfenster, die steinerne Kanzel mit ihrem Bildschmuck und den Engelspfeiler im südlichen Querhaus. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten (Stand: 19. Oktober 2026): Montag–Samstag 8:30–11:15 und 12:45–17:45 Uhr; sonntags und an kirchlichen Feiertagen 14:00–17:15 Uhr. Während des Weihnachtsmarkts ist das Münster von Montag bis Samstag durchgehend von 8:30 bis 17:45 Uhr geöffnet, der Eingang liegt dann auf der Seite der Place du Château.
Astronomische Uhr
Die astronomische Uhr steht im südlichen Querhaus des Münsters. Ihr heutiges Uhrwerk stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeigt unter anderem die Stellung der Planeten und die Daten der beweglichen Kirchenfeste. Jeden Tag um 12:30 Uhr setzen sich sämtliche Automaten in Bewegung: Die Figuren der Lebensalter ziehen am Tod vorbei, und die Apostel defilieren vor Christus, während ein mechanischer Hahn kräht. Um 12:00 Uhr läuft ein kurzer Film über die Uhr auf Französisch, Deutsch und Englisch.
Tickets (Stand: 19. Oktober 2026): 4 € für Erwachsene, 3 € für Studierende unter 25, 2 € für Kinder von 6 bis 17 Jahren, unter 6 Jahren frei. Verkauft werden die Tickets von 10:00 bis 11:00 Uhr in den Läden des Münsters und ab 11:30 Uhr am Eingang Saint-Michel auf der Seite der Place du Château; sie gelten nur am Tag des Kaufs. An Sonntagen und kirchlichen Feiertagen, an denen um 11:00 Uhr eine Messe stattfindet, gibt es keine Vorführung, ebenso wenig während des gesamten Weihnachtsmarkts.
Münsterplattform
Eine Wendeltreppe mit 330 Stufen führt auf die Plattform am Fuß der Turmspitze, 66 Meter über dem Platz. Von oben sieht man die Dächer der Altstadt, jenseits des Rheins den Schwarzwald und bei klarem Wetter die Vogesen. Der Eingang liegt außerhalb des Münsters, an der Südseite.
Öffnungszeiten und Tickets (Stand: 19. Oktober 2026): vom 1. April bis 30. September täglich 9:30–13:00 und 13:30–20:00 Uhr, letzter Aufstieg 19:15 Uhr; vom 1. Oktober bis 31. März täglich 10:00–13:00 und 13:30–18:00 Uhr, letzter Aufstieg 17:15 Uhr. Geschlossen am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember. Tickets kosten 10 €, ermäßigt 6 € (6 bis 18 Jahre und Studierende), unter 6 Jahren frei. Im Voraus kann man sie nicht kaufen, und der Aufstieg kann vorübergehend gesperrt werden, wenn zu viele Menschen auf der Treppe sind oder das Wetter schlecht ist.
Haus Kammerzell
Das am reichsten verzierte Haus am Münsterplatz. Das steinerne Erdgeschoss stammt aus dem 15. Jahrhundert, die drei oberen Stockwerke wurden 1589 neu errichtet und sind mit geschnitzten Holzfiguren übersät, darunter Musikanten, die Tierkreiszeichen und die fünf Sinne. Im Haus befindet sich ein Restaurant mit elsässischer Küche, dessen Räume Leo Schnug zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Fresken ausgemalt hat.
Frauenhausmuseum (Musée de l'Œuvre Notre-Dame)
Das Museum gehört zu der Stiftung, die sich seit dem Mittelalter um das Münster kümmert, und steht direkt daneben. Zu sehen sind die originalen Skulpturen, die von der Fassade abgenommen und durch Kopien ersetzt wurden, darunter die Figuren von Ecclesia und Synagoge, dazu mittelalterliche Glasfenster und elsässische Malerei des 15. Jahrhunderts. Nirgends lässt sich besser nachvollziehen, wie das Münster gebaut wurde.
Öffnungszeiten und Tickets (Stand: 19. Oktober 2026): Dienstag–Freitag 10:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:00–18:00 Uhr, montags geschlossen. Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei.
Palais Rohan
Der Palast der Straßburger Fürstbischöfe entstand 1732–1742 nach Plänen von Robert de Cotte, dem Ersten Architekten des Königs. Hier wohnten Ludwig XV., Marie Antoinette in ihrer ersten Nacht auf französischem Boden sowie Napoleon und Joséphine. Heute beherbergt das Palais drei Museen: das Archäologische Museum im Untergeschoss, das Kunstgewerbemuseum mit den Prunkräumen im Erdgeschoss und das Museum der Schönen Künste mit europäischer Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert in den oberen Etagen.
Öffnungszeiten und Tickets (Stand: 19. Oktober 2026): werktags 10:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr, am Wochenende 10:00–18:00 Uhr. Das Museum der Schönen Künste ist montags und dienstags geschlossen, das Kunstgewerbemuseum und das Archäologische Museum dienstags. Jedes Museum kostet 9 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei. Das Kunstgewerbemuseum ist bis zum 19. November 2026 teilweise geschlossen.
Bootsfahrt auf der Ill
Die Boote von Batorama legen an der Anlegestelle neben dem Palais Rohan ab und sind eine gute Möglichkeit, die Stadt zu sehen, wenn die Beine müde sind. Die längste Rundfahrt dauert etwa 1 Stunde 10 Minuten, führt um die Grande Île, durch die Schleuse in Petite France und auch ins Europaviertel; kürzere Touren von 45 Minuten bleiben näher am Zentrum. Die Erläuterungen kommen vom Band und sind in mehreren Sprachen verfügbar. In der Hauptsaison sollten Sie vorab buchen und prüfen, an welchem Anleger Ihr Boot ablegt: Das Unternehmen nutzt zwei Anleger, die etwa 100 Meter auseinanderliegen.
Die Altstadt zwischen den Plätzen
Kléberplatz
Der größte Platz im Zentrum ist nach General Jean-Baptiste Kléber benannt, der in Straßburg geboren wurde; seine sterblichen Überreste ruhen unter dem Denkmal in der Platzmitte. Das lange klassizistische Gebäude an der Nordseite ist die Aubette, deren Innenräume in den 1920er-Jahren von Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp und Theo van Doesburg neu gestaltet wurden. Vor Weihnachten wird hier eine etwa 30 Meter hohe Tanne aufgestellt, um die herum Hilfsorganisationen ihre Stände haben.
Weihnachtsmarkt
Der Christkindelsmärik, der „Markt des Christkinds“, findet seit 1570 statt und ist der älteste Weihnachtsmarkt Frankreichs. Heute verteilen sich die Stände auf mehrere Plätze der Altstadt, die wichtigsten stehen auf der Place Broglie und rund um das Münster. Man kommt wegen der geschmückten Straßen, des Glühweins und der Bredele, kleiner elsässischer Weihnachtsplätzchen. Der Markt 2026 öffnet am 27. November; 2025 dauerte er bis zum 24. Dezember. Bedenken Sie, dass die Vorführung der astronomischen Uhr während des Markts ausfällt und das Zentrum an Wochenenden sehr voll ist.
Gutenbergplatz
Der Platz zwischen Münster und Ill trägt den Namen von Johannes Gutenberg, der in den 1430er- und 1440er-Jahren in Straßburg lebte und hier seine ersten Versuche mit dem Buchdruck machte. Die Bronzestatue in der Mitte stammt vom Bildhauer David d'Angers und wurde 1840 enthüllt: Gutenberg hält ein Blatt mit den Worten „Und es ward Licht“. Dahinter steht der Neue Bau, das ehemalige Rathaus, Ende des 16. Jahrhunderts im Stil der Renaissance errichtet und heute Sitz der Industrie- und Handelskammer. Auf dem Platz dreht sich ein Karussell, und im Dezember findet hier einer der Weihnachtsmärkte statt.
Historisches Museum der Stadt Straßburg
Das Museum ist in der ehemaligen Metzig untergebracht, der städtischen Fleischhalle aus dem 16. Jahrhundert beim Pont du Corbeau. Es erzählt die Geschichte Straßburgs vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, von der freien Reichsstadt bis zum wiederholten Wechsel zwischen Frankreich und Deutschland. Das bekannteste Stück ist ein großes Reliefmodell der Stadt aus dem 18. Jahrhundert, das Straßburg vor den modernen Umbauten zeigt. Wer verstehen will, warum die Stadt so aussieht, wie sie aussieht, sollte hier anfangen.
Öffnungszeiten und Tickets (Stand: 19. Oktober 2026): Dienstag–Freitag 10:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:00–18:00 Uhr, montags geschlossen. Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei.
Petite France
Thomaskirche
Die wichtigste lutherische Kirche Straßburgs, ein fünfschiffiger gotischer Bau, der 1521 vollendet wurde. Sie lohnt sich aus zwei Gründen. Der erste ist das Grabmal des Marschalls Moritz von Sachsen, ein Werk des Bildhauers Jean-Baptiste Pigalle aus dem Jahr 1777 und eines der berühmtesten französischen Bildhauerdenkmäler des 18. Jahrhunderts. Der zweite ist die Silbermann-Orgel von 1741, auf der Mozart 1778 gespielt hat. Die Kirche liegt auf dem Weg vom Münster nach Petite France.
Petite France
Das meistfotografierte Viertel Straßburgs, in dem sich die Ill in mehrere Kanäle teilt. Im Mittelalter lebten und arbeiteten hier Gerber, Müller und Fischer. Der Name geht auf ein Hospiz für Syphiliskranke zurück; die Krankheit nannte man damals „Franzosenkrankheit“. Die hohen Fachwerkhäuser mit offenen Dachböden, auf denen früher Häute getrocknet wurden, säumen die Rue du Bain-aux-Plantes und die Kanäle. Kommen Sie früh am Morgen oder am Abend: Tagsüber drängen sich Reisegruppen in den engen Gassen. Nahe den Schleusen gibt es eine Drehbrücke, die zur Seite schwenkt, um die Ausflugsboote durchzulassen.
Ponts Couverts (Gedeckte Brücken)
Drei Brücken und vier quadratische Türme, die zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörten. Früher trugen die Brücken Holzdächer, daher der Name „gedeckte Brücken“, auch wenn die Dächer längst verschwunden sind. Die Türme dienten einst als Gefängnisse. Den besten Blick auf Brücken und Türme mit der Münsterspitze im Hintergrund hat man von der Terrasse der Vauban-Wehr.
Vauban-Wehr
Eine lange überdachte Brücke, die zugleich als Wehr dient, Ende des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Vauban errichtet, dem Festungsbaumeister Ludwigs XIV. Im Fall einer Belagerung konnte man die Schleusentore schließen und das Land südlich der Stadt fluten. In der Galerie stehen Abgüsse von Skulpturen des Münsters, und auf dem Dach liegt eine Aussichtsterrasse mit einem der schönsten Blicke Straßburgs, besonders bei Sonnenuntergang.
Öffnungszeiten der Terrasse (Stand: 19. Oktober 2026): September–Oktober 8:00–19:00 Uhr, November–Februar 8:30–16:00 Uhr, März–April 8:00–19:00 Uhr, Mai–August 7:15–21:00 Uhr. Straßenbahn B oder C, Haltestelle Musée d'Art Moderne.
Neustadt und Europaviertel
Place de la République und Neustadt
Nach 1871 wurde Straßburg Hauptstadt des deutschen Reichslands Elsass-Lothringen, und nordöstlich der Altstadt entstand ein neues Viertel, die Neustadt. Ihr Mittelpunkt ist die runde Place de la République mit einem Garten und einem Kriegerdenkmal. Ringsum stehen das Palais du Rhin (Kaiserpalast), die National- und Universitätsbibliothek und das Théâtre National. Vom Platz führt die Avenue de la Liberté zum Palais Universitaire. Das Viertel zeigt eine Seite Straßburgs, mit der kaum ein Besucher rechnet: monumentale Bauten im Berliner Stil, breite Alleen und ruhige Wohnstraßen mit Jugendstilfassaden.
Orangerie-Park
Einer der ältesten Parks Straßburgs, 26 Hektar groß und gegenüber dem Europarat gelegen. Sein Mittelpunkt ist der Pavillon Joséphine, 1804 für Orangenbäume gebaut und nach Kaiserin Joséphine benannt. Im Park gibt es einen See mit Ruderbooten zum Ausleihen und eine Station zur Wiederansiedlung von Störchen, dem Wahrzeichen des Elsass; ringsum nisten Störche in den Bäumen. Ein guter Ort für eine Pause mit Kindern.
Europäisches Parlament und Europaviertel
Straßburg ist der offizielle Sitz des Europäischen Parlaments, das hier seine Plenartagungen abhält. Neben dem gläsernen Louise-Weiss-Gebäude stehen der Europapalast des Europarats und das Gebäude des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Besucher können den Plenarsaal und die Ausstellung Parlamentarium Simone Veil besichtigen, die erklärt, wie die Europäische Union funktioniert. Der Eintritt ist frei; bringen Sie Reisepass oder Personalausweis mit, denn Kopien und Führerscheine werden nicht akzeptiert.
Öffnungszeiten (Stand: 19. Oktober 2026): außerhalb der Plenartagungen Montag–Freitag 9:00–18:00 Uhr, Samstag 9:30–12:00 und 13:00–18:00 Uhr, letzter Einlass 17:00 Uhr. In Plenarwochen sind die Zeiten kürzer. Geschlossen an Sonn- und Feiertagen sowie vom 24. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027.
Straßburg und Umgebung: Tagesausflüge
Colmar
Eine der wichtigsten Städte des Elsass, etwa 70 km südlich von Straßburg und mit direkten Regionalzügen erreichbar. Colmar ist kleiner und ruhiger, und in seiner Altstadt sind noch mehr Fachwerkhäuser erhalten. Unbedingt sehenswert sind das Viertel Klein-Venedig an der Lauch, das Haus Pfister von 1537 und das Museum Unterlinden mit dem Isenheimer Altar, einem der bedeutendsten Werke der deutschen Malerei des frühen 16. Jahrhunderts. Colmar nennt sich Hauptstadt der elsässischen Weine und liegt an der Elsässer Weinstraße.
Hohkönigsburg
Eine Burg aus rotem Sandstein auf einem Berggipfel der Vogesen, hoch über der elsässischen Ebene. Erstmals erwähnt wurde sie im 12. Jahrhundert, lange lag sie in Trümmern, und zwischen 1900 und 1908 wurde sie für den deutschen Kaiser Wilhelm II. wieder aufgebaut. Die Rekonstruktion zeigt, wie die Burg um 1500 ausgesehen haben könnte, mit eingerichteten Räumen, einer Rüstkammer und einem Bergfried. Von den Mauern blickt man über die Ebene des Elsass und bei klarem Wetter bis zum Schwarzwald. Ohne Auto fahren Sie mit dem Zug nach Schlettstadt (Sélestat) und von dort mit dem saisonalen Shuttlebus zur Burg.
Tickets (Stand: 19. Oktober 2026): 12 € für Erwachsene bei einer Besichtigung auf eigene Faust, 16 € mit Audioguide. Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.
Wohin am Abend in Straßburg
Gehen Sie abends durch Petite France, wenn die Tagesbesucher fort sind, und am Quai des Bateliers gegenüber dem Palais Rohan entlang. Zum Abendessen suchen Sie sich eine Winstub, eine traditionelle elsässische Weinstube mit Holzvertäfelung, und bestellen Flammkuchen (Flammekueche) oder Sauerkraut (Choucroute). In die Bars zieht es Studierende und Einheimische im Viertel Krutenau, auf der anderen Seite der Ill gegenüber der Altstadt. Die Terrasse der Vauban-Wehr ist im Sommer bis 21:00 Uhr geöffnet und ein guter Ort für den Sonnenuntergang.
Was man in Straßburg an einem Tag sehen kann
Diese Route führt zu Fuß zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und dauert mit Mittagessen etwa acht Stunden. Sie funktioniert von Mittwoch bis Samstag, wenn Münster, Uhr und Museen geöffnet sind.
Vormittag. Beginnen Sie um 8:30 Uhr, wenn das Münster öffnet, und sehen Sie sich danach das Haus Kammerzell am Platz an. Steigen Sie zur Plattform hinauf, sobald sie öffnet (von Oktober bis März um 10:00 Uhr, im Sommer um 9:30 Uhr). Um 11:30 Uhr kaufen Sie am Eingang Saint-Michel Tickets für die astronomische Uhr und sehen sich um 12:30 Uhr die Vorführung an.
Nachmittag. Wählen Sie nach dem Mittagessen ein Museum: das Frauenhausmuseum für die Skulpturen des Münsters oder das Palais Rohan für die Prunkräume. Danach machen Sie die 70-minütige Bootsfahrt ab dem Anleger am Palais Rohan.
Abend. Gehen Sie über den Kléberplatz und an der Thomaskirche vorbei nach Petite France, überqueren Sie die Ponts Couverts und beenden Sie den Tag auf der Terrasse der Vauban-Wehr. Zu Abend essen Sie in einer Winstub in Petite France oder in der Altstadt.
Straßburg in 2 und 3 Tagen
2 Tage. Der erste Tag wie oben beschrieben. Am zweiten Tag beginnen Sie im Historischen Museum und fahren dann mit der Straßenbahn in die Neustadt: Place de la République, Palais Universitaire und Orangerie-Park. Am Nachmittag besuchen Sie das Europäische Parlament (nicht sonntags) und kehren dann mit dem Boot oder der Straßenbahn ins Zentrum zurück, um abends am Quai des Bateliers entlangzuspazieren.
3 Tage. Nehmen Sie einen Ausflug dazu: Für Colmar genügt ein halber Tag, ein ganzer, wenn Sie noch Dörfer an der Elsässer Weinstraße besuchen; für die Hohkönigsburg braucht man mit dem Auto einen halben Tag, mit Zug und Shuttlebus den größten Teil des Tages. In der Weihnachtszeit verbringen Sie einen Abend auf den Märkten: Die Vorführung der Uhr fällt dann aus, planen Sie das Münster deshalb für den Vormittag ein.
Mit Kindern. Der Orangerie-Park mit Störchen und Ruderbooten, die Bootsfahrt und für ältere Kinder die Münsterplattform (unter 6 Jahren frei, von 6 bis 18 Jahren 6 €). Die städtischen Museen sind für alle unter 18 Jahren kostenlos.
Quellen und Stand der Angaben
Öffnungszeiten und Preise wurden am 19. Oktober 2026 auf den offiziellen Websites geprüft: Münster und astronomische Uhr – cathedrale-strasbourg.fr; Münsterplattform – oeuvre-notre-dame.org; städtische Museen – musees.strasbourg.eu; Vauban-Wehr – strasbourg.eu; Europäisches Parlament – visiting.europarl.europa.eu; Hohkönigsburg – haut-koenigsbourg.fr; Weihnachtsmarkt – noel.strasbourg.eu; Flughafenzug – strasbourg.aeroport.fr; Stadtverkehr – cts-strasbourg.eu. Preise für Bootsfahrten und Zugzeiten nach Colmar nennen wir nicht, weil wir sie auf offiziellen Websites nicht bestätigen konnten. Wenn Ihnen ein Fehler auffällt, schreiben Sie uns bitte über die Kontaktseite.
Fotos — Wikimedia Commons, nummeriert wie die Orte. Die Bilder wurden für die Seite zugeschnitten; zugeschnittene Fassungen der Fotos unter CC BY-SA stehen unter derselben Lizenz.
1. Straßburger Münster mit seinem Turm — Tom à la rue, CC BY-SA 2.0
2. Astronomische Uhr im Straßburger Münster — Didier B (Sam67fr), CC BY-SA 2.5
3. Blick über Straßburg von der Münsterplattform — Edelseider, CC BY-SA 4.0
4. Haus Kammerzell am Münsterplatz — Tim Adams, CC BY 3.0
5. Frauenhausmuseum an der Place du Château — Ctruongngoc, CC BY-SA 3.0
6. Palais Rohan vom Quai des Bateliers aus — Coyau / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
7. Ausflugsboote auf der Ill vor dem Palais Rohan — JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0
8. Kléber-Denkmal auf dem Kléberplatz — JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0
9. Straßburger Weihnachtsmarkt am Münster — Jorge Franganillo, CC BY 2.0
10. Gutenberg-Statue und Neue Bau auf dem Gutenbergplatz — Txllxt TxllxT, CC BY-SA 4.0
11. Historisches Museum der Stadt Straßburg in der alten Metzig — Zéphyrios, CC0
12. Thomaskirche — Chabe01, CC BY-SA 4.0
13. Gerberhäuser in Petite France — JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0
14. Türme der Ponts Couverts mit der Münsterspitze — Gzen92, CC BY-SA 4.0
15. Vauban-Wehr an der Ill — Claude Truong-Ngoc, CC BY-SA 3.0
16. Place de la République und Palais du Rhin — Morio60, CC BY-SA 2.0
17. Pavillon Joséphine im Orangerie-Park — Morio60, CC BY-SA 2.0
18. Flaggen der EU-Staaten am Europäischen Parlament — Syced, CC0
19. Klein-Venedig in Colmar — Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0
20. Hohkönigsburg über der elsässischen Ebene — Wrtalya, CC BY-SA 4.0